Zwei Welten treffen aufeinander. Der Mensch das Raubtier, immer in Lauerstellung, und das Pferd,
Fluchttier durch und durch. Tausende Jahre der Zähmung konnten seine Instinke nicht trüben, sein
ausgeprägtes Fluchtverhalten hat es überleben lassen, nahezu unverändert, seit wir es unser Eigen
nannten. Noch immer ergreift das Pferd bei drohender Gefahr sofort die Flucht, es braucht die
Gesellschaft anderer Pferde und sucht Sicherheit. Können wir als so offensichtliches Raubtier diese
überhaupt bieten ? Wir schleichen uns an, wir gehen mit starrem Blick auf das Pferd zu und wir werden
impulsiv, wenn etwas nicht funktioniert, wie wir es uns vorstellen. Wie kommt es, das zwei so
unterschiedliche Spezies scheinbar so gut miteinander harmonieren ? Nur allzu deutlich sieht man noch heute weit verbreitet Unverständnis für die
Denkweise der Equiden, sie wurden bezwungen, zum Spielball des Menschen gemacht.
Die Folgenden sind nur einige Probleme, die Besitzer in Bezug auf ihre Pferde nennen: Das Pferd ...
- lässt sich nicht einfangen oder führen
- überrennt mich ständig
- geht ständig durch, buckelt oder steigt im Gelände / Halle usw.
- lässt sich nicht verladen
- ist aggressiv gegen Menschen, andere Pferde etc.
- erschreckt sich vor allen möglichen Gegenständen oder ist ständig übernervös
- geht nicht allein mit mir von der Herde weg
- tritt nach mir aus wenn ich in die Box komme
Der Mensch bezeichnet dies als "Unarten" des Pferdes, doch sollte hier eher nach den Ursachen
geforscht werden. Warum sollte sich ein Fluchttier anbinden lassen, warum stehen bleiben wenn Gefahr
droht, warum von der Herde fortgehen, wo es doch Sicherheit zum Überleben hat ? Warum in einen dunklen Hänger gehen wo es keinen Ausweg gibt ? Jede Sekunde zählt, Risiken
bedeuten Tod, warum also springen wenn es nur 2 Meter mehr zu laufen sind um am Hindernis
vorbeizukommen ? Nur allzu deutlich wird, das wir es sind, die dem Pferd zu allererst Sicherheit
vermitteln müssen. Ihm klar machen, das es keine Angst haben muss. Denn die Angst eines Pferdes heißt
nicht Angst vor Schmerzen oder Strafe ... nein es ist die Angst getötet zu werden. Das ist die Natur
des Beutetieres, die es gilt zu verstehen und mit ihr zu arbeiten. Denn nur das Verständnis und Wissen
über die Denkweise der Equiden kann uns helfen, eine wahre Partnerschaft mit unserem Pferd zu finden, eine Partnerschaft die geprägt ist von Liebe, Sprache und Führungsqualität. Sprechen Sie uns an pferde@respek-tier.de




